Mit fast einer Milliarde Nutzer weltweit und rund 35 Millionen in Deutschland ist WhatsApp der erfolgreichste Messagingdienst. Das bedeutet, dass inzwischen über 40 Prozent der deutschen Bevölkerung Textnachrichten, Bilder, Links, Standorte und Kontakte per WhatsApp senden. Damit könnte der Messenger zukünftig sogar Facebook überholen. Bei einer so großen Reichweite stellt sich natürlich die Frage, wie auch Unternehmen die App sinnvoll nutzen können.

Erst wenige Unternehmen haben das große Potential erkannt, Kunden mit Direktnachrichten anzusprechen und Ihnen die persönliche Kommunikation per WhatsApp zu ermöglichen. Ganz so einfach ist es aber auch nicht: Ursprünglich war die App nämlich nur für die private Nutzung gedacht. Erst vor kurzem hat der Anbieter die Nutzungsbedingungen aktualisiert. Dort heißt es:

In Zukunft möchten wir Möglichkeiten untersuchen, wie du und Firmen miteinander über WhatsApp kommunizieren können – beispielsweise über Informationen zu Bestellungen, Transaktionen und Terminen, Liefer- und Versandbenachrichtigungen, Aktualisierungen von Produkten und Dienstleistungen und Marketing.

Werbung ist weiterhin nicht gestattet. Dadurch soll vermieden werden, dass der Nutzer das Gefühl hat, Spam zu erhalten.

Wie kann WhatsApp genutzt werden?

Die Einsatzmöglichkeiten des Messengers sind äußerst vielseitig. Um Kunden immer auf dem Laufenden zu halten, kann man zum Beispiel aktuellen Content im Sinne eines RSS-Feeds an die Abonnenten senden.

Bestens geeignet ist WhatsApp auch als Servicekanal: die unmittelbare, direkte Kommunikation mit den potentiellen Kunden macht die Nutzung des Messengers reizvoll für Unternehmen. Händler können Nachrichten und Angebote an eine vorher definierte Zielgruppe senden und damit die Kaufwahrscheinlichkeit erhöhen. Die Bereitstellung zusätzlicher Informationen, sogar in Form von Videos oder Audiofiles, sowie Umfragen zur Zufriedenheit sind weitere Möglichkeiten der Nutzung. Da WhatsApp auch weiterhin werbefrei ist, sollten Unternehmen Ihre Inhalte nicht zu werblich zu gestalten, sondern den Nutzern mit Ihren Informationen einen Mehrwert bieten.

Vorteile der WhatsApp Newsletter

  • Hohe Öffnungsraten durch Push-Benachrichtigungen
  • Nachrichten werden schnell gelesen
  • Nachrichten können per Broadcast-Liste an mehrere Empfänger gleichzeitig verteilt werden
  • Daten werden auch für Facebook Werbung genutzt, sodass individuelle Nutzer noch genauer gezählt und passendere Werbeanzeigen ausgespielt werden können

Nachteile der WhatsApp Newsletter

  • WhatsApp verlangt nach schnellen Reaktionen – auch außerhalb der Arbeitszeiten. Haben Sie genügend Ressourcen dafür?
  • Ohne Mehrwert sind WhatsApp Newsletter für die Empfänger nur Spam – das kann sogar Ihrem Image schaden
  • Nummern, die Marketing-Messages versenden, können derzeit durch WhatsApp gesperrt werden – einmal gesperrte Nummern können nicht mehr verwendet werden
  • Die Größe der Listen ist auf 265 Empfänger begrenzt, evtl. müssen also mehrere Listen erstellt werden – erfolgt dies manuell, ist der Aufwand ensprechend größer
  • Noch ist kein detailliertes Tracking/Reporting möglich

Newsletter mit WhatsApp - Vorteile und NachteileWie funktioniert der Newsletter-Versand mit WhatsApp?

Kurz und knapp: der Versand funktioniert ähnlich wie bei einem klassischen E-Mail Newsletter. Nur, dass die Nachricht eben über WhatsApp versendet wird. In der Regel muss der Nutzer den Newsletter abonnieren. Eine Anmeldung durch den Interessenten funktioniert in folgenden Schritten:

  1. Die eigene Mobilfunknummer wird in ein Formular, z.B. auf der Website des Anbieters, eingegeben
  2. Anschließend bekommen Sie die Telefonnummer des Anbieters, mit der er in der App angemeldet ist, angezeigt
  3. Diese Nummer fügen Sie zu Ihren Telefonkontakten hinzu
  4. Das Senden einer beliebigen Nachricht oder eines bestimmten Wortes (z.B. „Start“) an den Anbieter aktiviert die Funktion
  5. Ab jetzt erhalten Sie den Newsletter, den Sie mit einer bestimmten Nutzer-Nachricht (z.B. „Stop“, abhängig vom Anbieter) wieder abmelden können

 

Allein die Anmeldung für einen WhatsApp Newsletter ist also recht kompliziert. (Genauer hat sich das Philipp Steuer hier angesehen.) Aufgrund von rechtlichen Vorgaben müssen Unternehmen, ähnlich wie im E-Mail Marketing, eine doppelte Bestätigung, das sogenannte Double-Opt-In, der Nutzer einholen. Anschließend müssen die Kontakte manuell im Adressbuch und dann in der Empfänger-Liste hinzugefügt werden. Obwohl WhatsApp eine Funktion für Broadcast-Listen bietet, mit der sich eine Nachricht an (fast) beliebig viele Kontakte versenden lässt, kann das manuelle Hinzufügen je nach Größe der Liste sehr aufwändig werden, weshalb sich die Nutzung einer professionellen Lösung anbietet. Hierfür kommt aktuell mit WhatsBroadcast nur ein Anbieter in Frage, da WhatsApp allen anderen keinen Zugriff auf die Programmierschnittstelle gewährt.

„Als Anbieter des führenden Marketing Tools zum Versenden von Messenger Newslettern, übernimmt WhatsBroadcast für Sie alle zeitintensiven Aufgaben und bietet gegenüber dem aufwändigen manuellen Versenden viele Vorteile.“

Ab 49,- € im Monat können an bis zu 300 Empfänger beliebig viele Nachrichten versendet werden. Wer mehr Empfänger hat, zahlt pro weiteren Eintrag 0,09 €. Die nächste Kategorie Business kostet für 3.000 Subscriber schon 299,- € im Monat.Der Einsatz von #WhatsApp lohnt vor allem, wenn die Zielgruppe vorwiegend mobil unterwegs ist. Klick um zu Tweeten

Weitere Anbieter, wie zum Beispiel Newsletter2Go, bieten derzeit aufgrund der unsicheren rechtlichen Lage und den Restriktionen von WhatsApp keine Newsletter Software mehr an.

Fazit

Noch nutzen nur sehr wenige Unternehmen WhatsApp Newsletter. Dabei empfiehlt sich der Einsatz der App vor allem, wenn Ihre Zielgruppe vorwiegend mobil unterwegs ist. Hier können Kunden gezielt angesprochen und an das Unternehmen gebunden werden – vorausgesetzt, die Nachrichten werden nicht als Spam oder Werbung wahrgenommen.

Die Richtlinien von WhatApp bestimmen, wie die App genutzt werden kann: nämlich nicht werblich! Für das Versenden von allgemeinen Informationen oder als Servicekanal eignet sich WhatsApp aber hervorragend.

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