Bei der AllFacebook Marketing Conference geht es längst nicht mehr nur um Facebook. Inzwischen ist sie die erfolgreichste Veranstaltung zum Thema Facebook und Social Media Marketing im deutschsprachigen Raum. Auch in diesem Jahr trafen sich am 06. Oktober über 600 Teilnehmer im Kosmos in Berlin. In drei Sälen gab es über neun Stunden Programm. Wir waren ebenfalls vor Ort und fassen kurz für Sie zusammen, was im Bereich Content und Social Media Marketing wichtig ist und was zukünftig wichtig wird.

Opening Keynote: BVG #WeilWirDichLieben

Nach der ersten Tasse Kaffee und der Begrüßung folgte die Opening Keynote der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Die Verkehrsbetriebe waren bis dato nicht sonderlich beliebt – das Image war eher das eines „bürokratischen Beamten ohne Humor“. Aus diesem Grund startete im Januar 2015 die Imagekampagne „#WeilWirDichLieben“. Im Fokus stehen Originalität und Aktualität. Doch nicht alle Trends werden aufgegriffen – wichtig sei vor allem, dass die Themen auch zum Unternehmen passen.


AllFacebook Marketing Conference - Der Plan der BVG

Auf kritische Kommentare wird in den meisten Fällen witzig und mit „Berliner Schnauze“ reagiert, immer auf Augenhöhe des Absenders. Häufig werden auch Nutzerinhalte weiterverwendet, um daraus eigene Posts zu erstellen – die Zustimmung des Urhebers vorausgesetzt.

Dafür arbeitet das BVG-Marketing eng mit einer Agentur zusammen, die für Ihre Arbeit die nötigen Freiräume erhält. So sind kurzfristige Absprachen und schnelle Reaktionen möglich. Genau das ist dann auch das Erfolgsgeheimnis: es gibt keinen Redaktionsplan, weil nur durch Spontaneität Authentizität entstehen kann.

Mit Erfolg, denn Umsatz und Anzahl der Neuabonnenten steigen stetig. Wer sich die Kampagne einmal selbst ansehen möchte, kann das auf folgenden Kanälen tun:

Twitter: @BVG_Kampagne

Facebook: @weilwirdichlieben

Instagram: @bvg_weilwirdichlieben

Wie nutzt die Bundeswehr Social Media, am Beispiel „Embedded Community“ im Einsatz

Im nächsten Talk berichtete Kristin Schünemann, Leiterin des neu etablierten Social Media Teams der Bundeswehr, wie Facebook, Twitter & Co. im Einsatz genutzt werden können. Für die Bundeswehr ist Einsatzberichterstattung eines der wichtigsten Themen überhaupt.

Die Zielgruppe ist breit gefächert – von jungen Absolventen, die sich über Stellenangebote informieren bis hin zu ehemaligen Soldaten, die auf dem Laufenden bleiben wollen – und fordert daher eine ganz besondere Ansprache. Dabei gibt es keine Freigabeprozesse, da sonst Reaktionen und Antworten zu lange auf sich warten lassen müssten.

Besonders wichtig sind dem Team Transparenz und Nähe. Als Ziel haben sie sich gesetzt, die Community nicht nur zu informieren, sondern sie an die Hand zu nehmen und aktiv teilhaben zu lassen. Durch regelmäßig stattfindende Q&A-Sessions wird der Nutzer mit einbezogen. Diese finden immer zur selben Zeit auf Facebook statt. Dabei können zum Beispiel Fragen zum Alltag eines Soldaten und zu den einzelnen Einsatzgebieten gestellt werden. Auch sonst werden Rückfragen der Community ehrlich und schnell beantwortet und werbliche Inhalte in den meisten Fällen vermieden.

NIVEA Digital Marketing: Globales Content Marketing in einer lokalen Realität

Wie kann man eine Marke wie NIVEA weltweit steuern? Dieser Frage geht Jasper Krog (International Digital Content Strategist) auf der diesjährigen AllFacebook Marketing Conference nach.

Nivea Digital Content Marketing

Die Antwort klingt simpel: mit Gefühl. Im Fokus der digitalen Marketingstrategie von NIVEA stehen Emotionen. Damit sollen Kunden noch stärker an die Marke gebunden werden.

„Content Marketing braucht ein Gesicht!“ (Jasper Krog)

Dafür nutzt NIVEA zum einen Ratgeber und Tipps auf den Websites, zum anderen die Hilfe der lokalen Märkte – denn nur die wissen, was die lokale Zielgruppe ausmacht..
Inhalte werden global erstellt und können dann für die jeweiligen Märkte übersetzt und angepasst werden. Jeder einzelne lokale Markt kann dabei entsprechend der vorhandenen Besonderheiten reagieren und zum Beispiel passende Influencer für Werbekampagnen einsetzen, die in anderen Ländern möglicherweise niemand kennt. So wird sichergestellt, dass jeder Markt die Grundthemen abdeckt, gleichzeitig aber zielgruppenspezifische Inhalte darstellen kann.

Am Anfang steht der User – ADAC Mitgliedereinbindung im Social Web

Die Definition einer bestimmten Zielgruppe ist für den ADAC die größte Herausforderung, sagt Johanna Fink, Leiterin des Bereiches Digitale Kommunikation. Über 19 Millionen Mitglieder bedeuten auch viele verschiedene Interessen. Anhand anschaulicher Praxisbeispiele erhielt man einen Blick hinter die Kulissen und erfuhr, welche Themen und Formate für den ADAC funktioniert haben – und welche nicht.

„Der User macht den Inhalt.“ (Johanna Fink)

Wichtig sei vor allem, seinen Nutzern zuzuhören: Was will der Nutzer? Welchen Mehrwert können wir ihm bieten?Wichtig ist, seinen Nutzern zuzuhören. Nur so erfahren wir, was der Nutzer will. @jojofink Klick um zu Tweeten

Die wichtigsten Erkenntnisse:

 

  1. Einen Plan haben – der ADAC arbeitet mit einem Redaktionsplan. Dieser besteht aus vorher festgelegten Jahresthemen und Themen, die eine längere Vorbereitung benötigen, wie z.B. die How-To-Videoreihe des Automobilclubs, und aktuellen Themen.
  2. Experimentieren – manchmal geht einfach etwas daneben. Für Johanna Fink kein Beinbruch, denn experimentieren gehört für sie dazu. Verschiedene Kanäle auszutesten und festzustellen, dass diese eben nicht ins Firmenprofil passen, sei gar nicht schlimm.
  3. Den Fokus behalten – die Ziele, die man erreichen möchte, sollten nicht aus den Augen verloren werden. Möchte ich mehr Produkte verkaufen oder die Kundenbindung stärken? Unterschiedliche Ziele verlangen unterschiedliche Vorgehensweisen.

Fight of attention: Individueller Content für unterschiedliche Zielgruppen. Transmediales Storytelling bei RTL2

Als Expertin für crossmediales Storytelling und innovative Social-Media-Strategien kümmert sich Yasmin Akay seit 2013 um das Social Media Team von RTL2. In Ihrem Vortrag widmete sie sich der Herausforderung der sich verändernden Medienlandschaft für Fernsehsender.

„Und nun, wo wir alle Geschichten erzählen, kommt die Frage auf: Wer hört eigentlich zu?“ (Kevin Spacey, Bits & Pretzels 2016)

Vor allem die jüngere Zielgruppe des Senders nutzt regelmäßig das Smartphone. Wie erreicht man also auch die Zuschauer, die ihr Telefon kaum aus der Hand legen? Mit dem Projekt „Berlin Tag & Nacht“ wurde die Verknüpfung zwischen den unterschiedlichen Kanälen geschafft: die Geschichte aus dem Fernsehen wurde via Social Media weitergeführt. Außerdem wurde eine App entwickelt, über die man die Serie auch unterwegs schauen konnte. Die Interaktion mit der Community ist für Yasmin Akay ein wichtiger Erfolgsfaktor:

  • mit Zielgruppe sprechen
  • Nutzungsverhalten analysieren
  • Content anbieten, der Spaß macht
  • relevante Medien herausfinden
  • Markencharakter schaffen
  • Authenzität!

Community Management und der Social ROI

Social Media ist keine Einbahnstraßen-Kommunikation! Der Dialog mit den Nutzern sollte immer im Mittelpunkt stehen! Laut Social Media Consultant Manuela Braun ist es besonders wichtig, menschlich zu sein. Nur so kann eine starke Community entstehen, die in Krisenfällen sogar für das Unternehmen eintritt.

Im Community Management ist es besonders wichtig, menschlich zu sein. @ManuMarron Klick um zu Tweeten

Die Vorteile (ROIs) von Community Management sind laut Manuela Braun vielfältig:

  • mehr Reichweite, stärkere Interaktion
  • Kunden ernst nehmen führt zu Liebe
  • Aufbau nachhaltiger Beziehungen
  • Eindämmung von Shitstorms
  • Brand besser transportieren

Solange man nicht die Eigenwerbung in den Fokus stellt, könne man die Nutzer für sich gewinnen, wenn man einige Aspekte beachtet:

  • Auf Kommentare eingehen
  • Gespräche beginnen
  • Probleme ernst nehmen
  • Lösungen finden

Allfacebook Marketing Conference: 5 Gründe, Inhalte zu teilen

Fazit der AllFacebook Marketing Conference

Die AFBMC hat uns viel Spaß gemacht. Durch die unterschiedlichsten Themen von Politik über Social Media Kanäle bis hin zu Werbeoptionen war sicherlich für jeden etwas dabei. Natürlich ist unsere Zusammenfassung nur ein kleiner Ausschnitt der Themen, die auf der AllFacebook Marketing Conference behandelt wurden. Doch vor allem die vielen Praxisbeispiele machten es für uns zu einem sehr interessanten Ausflug in die Hauptstadt.

Wer sich gern näher mit den Vorträgen beschäftigen möchte, findet sie auf Slideshare.

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