Eine neue Studie ergab, dass 84 Prozent der Deutschen online sind. Vor allem die Nutzung von mobile Geräte sowie Audios und Videos steigt stetig an. Die Zahl entstammt der ARD/ZDF-Onlinestudie (die Sie hier finden) und sollte angesichts der verstärkten Ausrichtung auf Mobilgeräte nicht weiter verwundern. Sind Sie mit den aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenwerbung und Social Media Marketing vertraut? Wir bringen Sie in dieser Zusammenfassung vom dritten Quartal 2016 in 8 Minuten auf den neuesten Stand.

SEO

Google aktualisiert Algorithmus

Bereits im Juni wurde vermehrt über ein mögliches neues Google Update spekuliert. Bestätigt wurde seitens Google nichts. Vermutet wird aber ein sogenanntes Phantom-Update, bei dem Qualität und Nutzerintention im Mittelpunkt des Algorithmus stehen. Searchmetrics versucht in einem Blogbeitrag etwas Licht ins Dunkel zu bringen und stellt ein paar Gewinner und Verlierer vor. Die Schlussfolgerung daraus lautet: ist der Inhalt einer Seite relevant für den Besucher, wirkt sich das langfristig auf die Sichtbarkeit und damit auf die Zugriffe auf die Website aus.

30X – Weiterleitungen

Nach einem Relaunch oder einer Überarbeitung einer Website sollte man die Links überprüfen und falls sie sich geändert haben, anpassen. Bisher wurde angenommen, dass dauerhafte Weiterleitungen (301) zu einer Reduzierung des Pagerank um ca. 10 Prozent führen, temporäre Weiterleitungen (302) hingegen den Pagerank überhaupt nicht übernehmen. Im Februar folgte dazu die Aussage von John Müller (Webmaster Trends Analyst bei Google), dass weder 301 noch 302 Weiterleitungen von HTTP zu HTTPS zu Pagerank-Verlusten führt.

Im Juli dann die aktualisierte Aussage von Gary Illyes, dass der PageRank nicht unter den 30x Weiterleitungen leide:

Google Weiterleitungen haben keine Auswirkungen auf PageRank

Tweet: Google Weiterleitungen haben keine Auswirkungen auf PageRank

Laut Moz gibt es trotz dieser Aussage einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Alle Weiterleitungen bergen nach wie vor ein gewisses SEO Risiko.
  • Auch wenn es keine direkten Verluste an PageRank durch die Weiterleitung gibt, sollte beachtet werden, dass der PageRank nur eins von hunderten Rankingsignalen ist.
  • Weiterleitungen müssen nach wie vor auf relevante Zielseiten führen. Nicht relevante Weiterleitungen werden nach wie vor als Soft 404 Fehler behandelt.
  • Für dauerhafte Weiterleitungen sollte weiterhin mit 301 Weiterleitungen gearbeitet werden.
  • 302 ist ein Webstandard, den auch andere Suchmaschinen einfließen lassen. Diese können 301 und 302 Weiterleitungen ganz anders behandeln als Google.
  • HTTPS Umstellungen sollen zu weniger Traffic Verlust führen, können aber weitere Problemen für Ranking und Traffic hervorrufen.
  • Es ist nun weniger riskant URLs aus SEO Gesichtspunkten anzupassen (Integration Keywords, Verbesserung Verzeichnisstruktur etc.), da bei dieser Art der Weiterleitung der Inhalt der Seite identisch bleibt und nur die URL geändert wird.

Strafe für nervige Pop Ups

Im nächsten Jahr wird Google einen neuen Rankingfaktor einführen: die Verwendung von sogenannten Interstitials auf mobilen Seiten wird das Ranking negativ beeinflussen. Ziel ist es, die Inhalte für Nutzer möglichst einfach zugänglich zu machen. Dabei werden Pop Ups in den meisten Fällen als störend empfunden und schmälern vor allem auf Mobilgeräten die Nutzererfahrung.

Negativ werden von Google dabei u.a. folgende Pop Ups empfunden:

  • die den Hauptteil des Inhaltes überdecken, zum Beispiel sobald der Nutzer auf die Website gelangt
  • die den kompletten Bildschirm überdecken und erst per Klick geschlossen werden müssen
  • die above-the-fold-Inhalte, also die Inhalte, die ohne Scrollen sichtbar sind, komplett überdecken

 

Andere Pop Ups werden nicht negativ bewertet, da Ihre Verwendung häufig durchaus sinnvoll ist. Hierzu zählt Google zum Beispiel:

  • die auf die Verwendung von Cookies hinweisen
  • Login Pop Up (wie beispielsweise bei einem Mitgliederbereich)
  • Banner, die nur einen angemessenen Teil des Bildschirms bedecken

SEA

Erweiterte Textanzeigen

Bei Google AdWords gab es im dritten Quartal jede Menge Änderungen. Ganz besondere Aufmerksamkeit erhielt die Anpassung der Textanzeigen. Mit Expanded Text Ads – also erweiterten Textanzeigen – haben Werbetreibende nun die Möglichkeit, auffälligere und längere Titel und Beschreibungen einzusetzen.

Erweiterte Textanzeigen in Google AdWords

Erweiterte Textanzeigen in Google AdWords

Die Neuerungen im Überblick:

  • Der Anzeigentitel besteht nun aus zwei Teilen mit jeweils bis zu 30 Zeichen. Die Anzeigentitel erscheinen nebeneinander und sind durch einen Bindestrich voneinander getrennt.
  • Die beiden bisherigen Textzeilen werden zu einer Beschreibung zusammengefasst. Anstatt der beiden Textzeilen mit 35 Zeichen stehen nun 80 Zeichen zur Verfügung.
  • Die angezeigte URL wird automatisch aus der finalen URL extrahiert. Dadurch können keine Fantasie-Domains mehr eingetragen werden. Das soll zu mehr Transparenz für den Nutzer führen.
  • Die Anzeige-URL erhält zwei optionale Pfad-Bestandteile mit jeweils maximal 15 Zeichen, die an die URL angehängt werden.
  • Erweiterte Textanzeigen sind mobiloptimiert – die Option, eine Anzeige bevorzugt auf Mobilgeräten zu schalten, entfällt.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Blogbeitrag zu diesem Thema.

Gebotsanpassungen für Geräte

Gebotsanpassungen für Geräte

Gebotsanpassungen für Geräte

Seit Ende Juli können Werbetreibende mit Hilfe separater Gebotsanpassungen nun Einstellungen für die Ausgabegeräte vornehmen. Ließen sich bisher bloß die mobilen Gebote prozentual anpassen, kann man nun alle drei Geräteklassen genauer ansteuern: Desktop, Tablets, Mobilgeräte.

Auch eine Reduzierung auf eine oder zwei Geräteklassen ist durch eine Anpassung von -100% möglich. Dies erlaubt die flexiblere Gestaltung von Anzeigen entsprechend der zugrundeliegenden Geräteklassen – es lassen sich beispielsweise spezielle Anzeigentexte für Mobilgeräte oder Tablets realisieren.

Preiserweiterungen

Preiserweiterungen in AdWords

Preiserweiterungen in AdWords

Eine besonders nützliche neue Anzeigenerweiterung veröffentlichte Google im Juli: die Preiserweiterungen.

Preiserweiterungen erscheinen auf Mobilgeräten unterhalb einer Textanzeige und ermöglichen die Darstellung zusätzlicher Informationen zu Ihrem Unternehmen.

Da diese Form der Erweiterung mit einer mobilen Website verknüpft werden, ist sicherzustellen, dass das Ziel für Mobilgeräte optimiert ist.

Sinn und Zweck von Preiserweiterungen (Quelle: Google)

  • Ihr Angebot hervorheben: Mit Preiserweiterungen wird das Angebot Ihres Unternehmens interaktiv präsentiert. Nutzer können darin scrollen.
  • Conversions schneller erzielenBeim Tippen auf einen bestimmten Artikel in Ihrem Preismenü gelangen Nutzer direkt auf Ihre Website.
  • Wirkung mit geringstem Einsatz steigern: Sie müssen keine neuen Textanzeigen erstellen oder bestehende überarbeiten.

SMM

Facebook

Newsfeed-Algorithmus-Update

Das Ziel, dem Nutzer relevante Inhalte zu bieten, hat Facebook nun dazu veranlasst, den Algorithmus hinter dem Newsfeed zu überarbeiten.

Our top priority is keeping you connected to the people, places and things you want to be connected to — starting with the people you are friends with on Facebook. (Quelle: Facebook Newsroom)

Durch die steigende Relevanz werden Beiträge von Freunden häufig höher gerankt, als die von Unternehmen.

Facebook was built on the idea of connecting people with their friends and family. That is still the driving principle of News Feed today.

Mit den Newsfeed-Values gibt Facebook Seitenbetreibern einen Leitfaden vor, der Ihnen dabei helfen soll, relevante Inhalte zu erstellen. Nur so kann der drohende Rankingverlust doch noch vermieden werden.

Text Overlay Tool

Die 20 Prozent-Regel hat ausgedient. Damit trotzdem nicht zu viel Text in Werbeanzeigen verwendet wird, hat Facebook einen Algorithmus entwickelt, durch den eine Anzeige mit viel Text nur eine geringe Reichweite erzielen kann.

Damit hat das existierende Test-Werkzeug ebenfalls keine Daseinsberechtigung mehr. Unter www.facebook.com/ads/tools/text_overlay kann man nun testen, ob Bilder auf Grund eines zu hohen Textanteils in der Reichweite eingeschränkt werden. Wir haben uns das in einem separaten Blogbeitrag einmal genauer angesehen.

Multilingual Composer

Um Sprachbarrieren zu überwinden, hat Facebook ein neues System eingeführt, welches Inhalte automatisch übersetzt.

In fact, 50 percent of our community speaks a language other than English, and most people don’t speak each other’s languages. Given that, we’re always thinking about ways we can help remove language as a barrier to connecting on Facebook. (Quelle: Facebook)

Der „Multilingual Composer“ übernimmt die Übersetzung, wenn Nutzer im Eingabefeld bestimmte Sprachen auswählen. Im Ergebnis erscheinen Texte in vordefinierten Sprachen als separate Posts. Je nachdem, welche Sprache der Nutzer eingestellt hat, wird die entsprechende Übersetzung angezeigt.

Facebook Videos nun im Hochformat

Neben dem gängigen Querformat führt Facebook nun auch Videos im Hochformat ein.

Facebook: Videos nun auch im Hochformat

Facebook: Videos nun auch im Hochformat (Quelle: Thomas Hutter)

Besonders für die Nutzung auf mobilen Endgeräten ist dies eine gute Entwicklung. Videos können auf Smartphones nun besser angesehen werden, weil sie fast den ganzen Bildschirm einnehmen. Nachteil: Das neue Format ist nicht kompatibel mit Werbeplatzierungen auf Instagram. Weitere Informationen gibt es bei Thomas Hutter.

Twitter

Verifizierten Account beantragen

Das blaue Verifizierungszeichen auf Twitter zeigt Nutzern, dass ein Account authentisch ist. Bisher war der blaue Haken nur wenigen, einflussreichen Nutzern vorbehalten und galt somit als Zeichen von Exklusivität. Nun erlaubt Twitter auch anderen Unternehmen und Personen eine solche Kennzeichnung zu erhalten, wenn sie von öffentlichem Interesse sind.

We hope opening up this application process results in more people finding great, high-quality accounts to follow, and for these creators and influencers to connect with a broader audience. (Tina Bhatnagar)

Voraussetzungen dafür sind:

  • vollständig ausgefülltes Profil mit verifizierter Telefonnummer
  • bestätigte E-Mail-Adresse
  • Profilbild
  • Geburtsdatum und
  • Biografie.

Außerdem müssen die Nutzer einen Grund angeben, warum sie verifiziert werden sollten. Weitere Informationen zur Verifizierung sind hier zu finden.

Einbindung Twitter Message Button

Im August verkündete Twitter mit einem Tweet die Einführung eines neuen Buttons.

Ankündigung des neuen Twitter Buttons

Ankündigung des neuen Twitter Buttons

Direct Message Buttons können jetzt durch einen HTML Code auf Websites eingebunden werden. Sie ermöglichen den direkten Kontakt mit Hilfe von Direktnachrichten über die Website. Die Generierung des Codes erfolgt unter publish.twitter.com. Anschließend kann der Button auch noch individualisiert werden, beispielsweise durch Text, der vorausgefüllt in der Direktnachricht erscheint.

You can also customize the way the button works, by adding text that will be prefilled when someone wants to DM you, and choose the language in which you want the button label to be displayed. (Quelle: thenextweb.com)

News aus anderen Social Media Kanälen

Pinterest

Mit Hilfe von Besuchertracking ermöglicht Pinterest Werbetreibenden zukünftig das Ausspielen von Werbeanzeigen an Nutzer, die ihre Website besucht haben. Durch das neue Trageting Tool ist eine gezieltere Ansprache von Kunden möglich. Im Pinterest Business Blog gab das Unternehmen bekannt, die Möglichkeiten der Ausrichtung von Werbeanzeigen zu erweitern:

In addition to targeting Promoted Pins based on Pinners’ interests, search keywords, device, location and more, you can now also target Promoted Pins using your own business data. This lets you combine what you know about your customers with what we know about people on Pinterest. So the next time the customer who bought your leather tote browses Pinterest, you can show them another bag from your latest product line. (Quelle: Pinterest Blog)

Instagram

Im August startete Instagram mit der Einführung von Business Profilen. Damit sollen die Möglichkeiten für Werbetreibende erweitert werden. In einem Artikel hat sich OnlineMarketing.de ausführlich mit den Änderungen befasst. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Business-Profil mit „Kontakt-Button“ und Möglichkeit zum Einbinden der Geschäftsadresse oder Brancheninformationen
  • Detaillierte Statistiken mit Informationen zu Demografie, Reichweite, Impressionen und weitere Follower-Infos
  • Hervorheben von Beiträgen inklusive des „Call to Action“-Buttons (wie es auch bei Facebook möglich ist)

Unter www.facebook.com/business/e/getting-started-with-instagram-for-business gibt es eine Einführung in die Verwendung der Instagram Business Tools.

Snapchat

Der Dienst, der es ermöglicht, Fotos zu versenden, die nur eine bestimmte Anzahl von Sekunden sichtbar sind und sich dann selbst „zerstören“, ändert nun seine Strategie. Einst begann die Plattform mit Inhalten, die sich innerhalb von 24 löschten. Seit Juli kann man mit Memories Videos und Fotos dauerhaft abrufen. Die neue Funktion speichert in einem privaten Archiv Fotos und Videos, die später bearbeitet und erneut geteilt werden können.

Fazit

Auch im dritten Quartal hat sich eine Menge getan – die Welt der Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenwerbung und des Social Media Marketings steht auch weiterhin nicht still. Bleiben Sie immer aktuell und abonnieren Sie unseren Newsletter, der sich monatlich mit wichtigen Themen rund ums Online Marketing beschäftigt. Oder folgen Sie uns auf den Sozialen Kanälen – wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!

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