Längere Snippets in den Google Suchergebnissen, neue Farbe für AdWords Label und das Redesign mobiler Facebook-Pages: Auch im zweiten Quartal des Jahres gab es eine Vielzahl an Änderungen in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenwerbung und Social Media Marketing. Damit Sie den Überblick nicht verlieren, haben wir die wichtigsten Neuigkeiten für Sie zusammengefasst.

SEO

Google Suchergebnisse

Das durch Google angekündigte Update für mobile Suchergebnisse wurde im Mai auch in Deutschland endgültig umgesetzt. Über die Folgen für Webseitenbetreiber haben wir bereits in einem vorherigen Beitrag berichtet. Jetzt hat Google auch die Suchergebnisse an die mobile Darstellung angepasst. Durch den Wegfall der rechten Spalte soll zukünftig die Ergebnisspalte breiter ausfallen. Entsprechend soll die Zeichenzahl der Seitentitel und der Meta-Description erhöht werden, um den gewonnen Platz besser zu nutzen. Sollte dieser Test tatsächlich umgesetzt werden, empfiehlt es sich für Webmaster, eine Anpassung der wichtigsten Titles und Descriptions vorzunehmen.

Rich Cards in den Google Suchergebnissen

© Google: Rich Cards in den Google Suchergebnissen

Weiterhin plant Google die Einführung der sogenannten „Rich Cards“. Diese sind ein neues Format innerhalb der mobilen Suchergebnislisten. Dadurch sollen Inhalte für den Nutzer visueller und ansprechender aufbereitet werden, um die Wahrscheinlichkeit für Klicks zu erhöhen. Zu Beginn wird es die Rich Cards laut Googles Webmaster Central Blog vorerst in Englisch und für zwei Kategorien geben:

„We’re starting to show rich cards for two content categories: recipes and movies. They will appear initially on mobile search results in English for google.com. We’re actively experimenting with more opportunities to provide more publishers with a rich preview of their content.“

Es bleibt abzuwarten, ob und wann Google die Rich Cards bald auch auf weitere Sprachen und Suchanfragen ausweiten wird.

Google verbessert Sprachsuche

Mit Hilfe von Machine Learning und künstlicher Intelligenz kann Google inzwischen Fragen, die innerhalb der Suche gestellt werden, beantworten. Die Datenbank wird täglich aktualisiert, sodass Google inzwischen viele Zusammenhänge gut erkennt. Bei der Frage „Was läuft heute im Kino?“ erhält der Nutzer als Antwort nicht nur das Programm aus Kinos in der Nähe, sondern auch auf seine Interessen abgestimmte Filme. Auch der Bestellvorgang von Kinokarten soll zukünftig direkt über die Google Suche erfolgen können. Dementsprechend kann es sich lohnen, Inhalte auf Ihrer Website zu überarbeiten und Longtail-Keywords einzubauen.

SEA

Label für AdWords Anzeigen geändert

Im April startete Google einen weltweiten Test, der die farbliche Hervorhebung der AdWords Anzeigen innerhalb der Suchergebnisse betraf. Standardmäßig wird hier seit Jahren ein gelber Hintergrund mit weißer Schrift genutzt. Auch der Google Watchblog berichtete über diesen Test:

„Googles Designer haben bei der Auswahl der Farbe das Problem, dass die Anzeigen zwar so weit hervorstechen müssen dass der Nutzer den Link wahrnimmt, andererseits aber nicht so auffällig sein dürfen dass der Nutzer die Anzeigen zu stark wahrnimmt und diese unbewusst überspringt.“

Durchgesetzt haben sich dann Mitte Juni dunkelgrüne Anzeigenlabels (siehe Screenshot), welche nun standardmäßig in den Suchergebnissen zu finden sind.

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Laut Google soll die Farbänderung keinen Einfluss auf die Klickrate haben. Nutzer würden die grüne Farbe als angenehmer empfinden, weshalb die Änderung aus rein ästhetischen Gründen vollzogen wurde.

Erweitere Textanzeigen bei AdWords

Im Sinne des „mobile first„-Gedanken testet Google aktuell erneut Veränderungen an der Darstellung von Anzeigen innerhalb der Suchergebnisse. Die bisher vorhandenen Einschränkungen zu Überschriften- und Textlängen wurden deutlich gelockert, wodurch fast 50% mehr Zeichen verwendet werden können.

  • Platzerweiterung für Headlines: 2 Headlines mit je 30 Zeichen
  • Platzerweiterung für Anzeigenbeschreibung: Erhöhung des Beschreibungstextes von 35 auf 80 Zeichen
  • Display URL: Automatische Korrektur bei Tippfehlern
  • Anzeigen-URLs mit bis zu 30 Zeichen nach der Top-Level-Domain

Dabei wurde in den ersten Tests im Vergleich zu den bisherigen Textanzeigen eine erhöhte Klickrate von bis zu 20% festgestellt. Welche Auswirkungen diese Änderungen auf die Ergebnisse der organischen Zugriffe hat, da diese noch weiter nach unten rutschen werden, bleibt abzuwarten.

Produktanzeigen mit Bing-Shoppingkampagnen

© Bing: Produktanzeigen mit Bing-Shoppingkampagnen

Änderungen bei Bing Ads

Auch im Hause Bing gab es im zweiten Quartal des Jahres Neuerungen zu beobachten. So testet die Microsoft Suchmaschine derzeit die verstärkte Hervorhebung von Keywords im Anzeigentext. Bisher wurden diese zwar fett dargestellt, nun aber werden sie zusätzlich schwarz eingefärbt und unterscheiden sich damit noch stärker vom grauen Text.

Die in Amerika und England bereits erfolgreich getesteten Bing Shopping Ads werden nun auch in Deutschland eingeführt. Analog zu Googles Shopping Ads bietet Bing die sogenannten Einkaufskampagnen an, die viele Nutzer lange herbei gesehnt haben. Zum Erstellen benötigt man ein Bing Merchant Center-Shop, in welchem man einen Datenfeed hinterlegen kann. Außerdem sollen Google Shopping Kampagnen einfach importiert werden können.

 

 

SMM

Twitter nimmt Änderungen vor

Schon seit längerer Zeit brodelte die Gerüchteküche um die Zeichenbegrenzung des bekanntesten Mikroblogging-Dienstes Twitter. Ob es zukünftig keine Beschränkung mehr geben sollte oder die Anzahl der Zeichen auf 10.000 pro Tweet erhöht werden sollte, wurde heiß diskutiert. Zeitnah sollen nun vorerst Fotos und Links nicht mehr gezählt werden, sodass den Nutzern rund 20 Zeichen mehr zur Verfügung stehen. Die Änderungen des zweiten Quartals im Überblick:

  • Antworten: Nutzernamen werden ebenfalls nicht länger zu den 140 Zeichen zählen.
  • Anhänge: Angehängte Fotos, GIFs, Videos und Umfragen zählen nicht mehr zu den 140 Gesamtzeichen. Das gilt auch für Anhänge zitierter Tweets.
  • Eigene Tweets retweeten: Künftig können auch eigene Tweets zitiert oder retweetet werden.
  • .@: Tweets, die mit einem @Nutzername beginnen, erreichen in Zukunft alle Follower. Die Formulierung „.@Nutzername“ wird damit überflüssig.

Neues Design für Facebook Pages

Im April hat Facebook bereits die mobilen Facebook Pages überarbeitet: das Design wurde verändert, neue CTAs hinzugefügt und das Menü angepasst. Nun sollen diese Änderungen auch in der Desktop Version zum Tragen kommen. Ob und wann dieses Design tatsächlich umgesetzt wird, ist noch nicht bekannt. Folgende Anpassungen sind laut Allfacebook.de geplant:

  • Das Coverphoto wird größer: Die Breite wächst von 830 auf 1012 Pixel. Es wird von keinem Element überdeckt.
  • Das Profilbild wandert aus dem Coverphoto heraus.
  • Der Seitenname wird größer dargestellt.
  • Der Facebook Messenger Name (Vanity-URL Name) wird unter dem Seitennamen angezeigt.
  • Der Call-To Action und weitere Interaktionselemente wandern ebenfalls unter das Coverphoto.
  • Die Seitenkategorie verschwindet komplett aus dem Header. Sie befindet sich dann in der rechten Seitenleiste.
  • Die linke Seitenleiste wandert nach rechts.
  • Die Timeline Navigation über die Jahreszahlen ist verschwunden.
  • Links findet sich nun die App Navigation.

Weitere Facebook-Änderungen

Anfang Juni gab Facebook bekannt, die bisher bestehende 20% Text-Regel bei der Schaltung von Werbeanzeigen abzuschaffen. Zukünftig sollen auch Werbeanzeigen mit mehr Text genehmigt werden – mit einem kleinen Haken: Werbeanzeigen mit zu viel Textanteil erhalten eine kleinere bis hin zu gar keiner Auslieferung. Wie sich das in Zahlen ausdrückt, gab Facebook nicht bekannt. Der Nutzer erhält bei der Erstellung der Anzeige eine Warnung, dass die Reichweite für Anzeigen mit zu viel Text eingeschränkt ist. Folgende Kategorien soll es geben:

  1. Ok: Die Anzeige beinhalten nur wenig oder gar keinen Text
  2. Low: Die Anzeigenreichweite wird geringfügig eingeschränkt. Der Text ist etwas zu lang
  3. Medium: Die Anzeigenreichweite wird eingeschränkt. Der Bildtext ist zu lang
  4. High: Die Anzeige wird die Zielgruppe nicht erreichen. Der Text ist viel zu lang und damit nicht akzeptabel

In Großbritannien und Irland kommt die Änderung bereits zum Tragen.

Seit Anfang April gibt es außerdem eine neue Funktion innerhalb des Facebook Universums: Facebook Live. Dabei handelt es sich um Videobeiträge auf Facebook, die in Echtzeit gesendet werden. Streams können öffentlich erfolgen oder auch nur für bestimmte Gruppen. Die Live-Übertragungen können kommentiert oder geliked werden.

Weitere News aus dem Social Media Bereich

Instagram hat seiner App ein neues Design verpasst. instagram-new-logo-hed-2016Seit Mitte Mai hat der Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos ein neues Logo und verabschiedet sich damit von der Retro-Kamera.

Darüber hinaus testet Instagram die Einführung von Unternehmensprofilen und Statistiken. Dadurch können Unternehmen detailliertere Details über ihre Nutzer erhalten. Vor allem demographische Daten, wie Alter und Geschlecht und das Nutzerverhalten sollen erhoben werden können.

Snapchat hat seine Funktionen im April noch einmal deutlich erweitert. Neben Stickern, 3D-Emojis, Telefonie, Videochats und Audionotizen können auch gespeicherte Bilder versendet werden. Es bleibt abzuwarten, ob sich Snapchat zukünftig gegen die Konkurrenz behaupten kann.

Fazit

Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenwerbung und Social Media Marketing sollten auch in Zukunft stark miteinander verbunden werden. In allen drei Disziplinen des Online-Marketings stehen inzwischen die Benutzer im Fokus. Die sogenannte Customer oder User Experience (CX/UX) wird immer unverzichtbarer und sollte sowohl bei SEO, als auch bei SEA und SMM eine wichtige Rolle in der Strategieentwicklung einnehmen.

Als Full-Service-Internetagentur steht Ihnen Lombego Systems dabei gern zur Seite. Einen Überblick über unsere Leistungen im Online-Marketing finden Sie auf unserer Website.

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