Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Websites in den Ergebnissen der Suchmaschinen unterschiedlich angezeigt werden? Einige wecken das Vertrauen der User durch Bewertungen mit dem Stern-Symbol. Andere wirken attraktiv, da zusätzlich zur Beschreibung Veranstaltungen gelistet werden. Wieder andere locken mit einer Sitelink Searchbox. Ihr Geheimnis? Sie verwenden Markups! Damit Sie Ihre Website ebenso attraktiv gestalten können, verraten wir, mit welchen Tools & PlugIns Sie Markups – auch ohne Programmierkenntnisse – erstellen und verwenden können.

Wie funktionieren Markups?

Markups sind eine Auszeichnungssprache, die Daten für Web-Crawler sichtbarer und leichter auslesbar macht. Alle Markups sind in einem standardisierten Verzeichnis, das Sie im Internet bspw. unter schema.org abrufen können, zusammengefasst. Das schema.org-Tag setzt – bildhaft gesprochen – Akzente, sodass Web-Crawler relevante Daten sofort interpretieren und in den Suchergebnissen optisch hervorheben können.

Wie sehen Markups konkret in den Suchergebnissen aus und welche Vorteile bieten Sie Website-Betreiber? Das erfahren Sie im Artikel „Markups:  Wie strukturierte Daten die Klickrate verbessern können“

Schema.org

Das Verzeichnis schema.org ist eine allgemein gültige Liste, die das Vokabular enthält, anhand derer Daten ausgezeichnet werden können. Dafür werden Daten in verschiedene Klassen wie „Personen“, „Lokales Unternehmen“, „Event“, „Produkt“, „Creative Work“ usw. eingeteilt. Diese Kategorisierung wird itemtype genannt. Einige Klassen verfügen über Unterklassen. Bspw. untergliedert sich die Klasse „Creative Work“ in die itemtypes „Buch“, „Blog“, „Film“, „HowTo“, „Fotographie“ u.v.m. Für jedes itemtype gibt es Attribute, sogenannte itemprops, mit denen die Eigenschaften der Klasse ausgezeichnet werden.

Ein Beispiel: Ein Produkt soll ausgezeichnet werden. Dabei handelt es sich um den itemtype schema.org/product. Mögliche itemprops sind eine Beschreibung oder die beliebte Bewertung, in der ein
Rating mittels Sternen angezeigt wird. Während der Beschreibung direkt konkrete Daten zugeordnet werden können, ist das Attribut Bewertung mit Sternen, genannt Aggregate Rating, nicht nur eine Eigenschaft, sondern auch ein itemtype, der wiederum eigene Attribute wie Rating Value oder Review Count mit sich bringt.

Schon das kurze Beispiel illustriert, wie komplex und vielschichtig strukturierte Daten sind. Generell funktionieren Markups so: Itemtypedefiniert eine Datenkategorie, deren Eigenschaften über
Itemprops definiert werden, die manchmal auch itemtypes sein können. Für alle, die tiefer einsteigen wollen, ist der Leitfaden „Structured Data“ von Google ein hilfreiches Instrument.

Wie werden Markups in die Website implementiert?

Markups können auf drei verschiedene Arten in eine Website implementiert werden:

  1. Microdata
  2. RDFa
  3. JSON-LD

Strukturierte Daten mit Microdata

Microdata ist die älteste Art der Auszeichnung. Hierbei werden die Markups direkt innerhalb des Quellcodes erstellt. Gearbeitet wird mit Meta-Tagss, in die das Vokabular von schema.org eingepflegt wird.

Strukturierte Daten mit RDFa

RDFa ist eine Erweiterung von HTML5. Wie bei Microdata operiert RDFa auch direkt im Quellcode, arbeitet aber mit einem anderen Vokabular und kann im Gegensatz zu Microdata auch XML- und SVG-Dateien auszeichnen.

Strukturierte Daten mit JSON-LD

Die Methode JSON-LD basiert auf Javascript und wird im Header der Website eingefügt. Im Gegensatz zu den anderen Arten, ist diese Methode weniger anfällig für Fehler und gut lesbar, denn die Daten werden übersichtlich als Key-Value-Paare angelegt. Zudem befindet sich das gesamte Markup an einer zentralen Stelle und ist nicht im Quellcode verteilt. Ein weiterer großer Vorteil: Google bevorzugt JSON-LD. Der Nachteil: Andere Suchmaschinen (z.B. Bing) unterstützen JSON-LD nicht.

Markup-Tools & PlugIns für strukturierte Daten

Auch ohne Programmierkenntnisse können Sie strukturierte Daten für Ihre Website erstellen und implementieren. Hierfür gibt es verschiedene Hilfsmittel. Wir stellen Ihnen PlugIns für WordPress sowie beliebte Tools für Anfänger und Fortgeschrittene vor.

Markup-PlugIns für WordPress

Für WordPress gibt es eine Vielzahl an PlugIns, die das Integrieren von strukturierten Daten erleichtern. In der Regel erstellen und implementieren die PlugIns JSON-LD-Scripte. Beispielsweise:

Das ToolSchema“ kann eine Vielzahl an strukturierten Daten erstellen. Der Nutzer muss nur über ein Häkchen das gewünschte Markup aktivieren. Neben allgemeinen strukturierten Daten bietet es Markups für Artikel, Breadcrumbs, Kommentare, Audio- & Video-Objekte, den Knowledge Graph und die Sitelink Searchbox. Darüber hinaus kann das PlugIn mit Extensions ausgestattet werden.

Etwas kompliziert sieht das PlugIn „Markup (JSON-LD) structured in schema.org“ aus. Dieses Tool gewährt detaillierte Einblicke in die verwendeten Attribute und ermöglicht in einigen Fällen auch manuelle Angaben. Auch hier können Markups für Artikel, Blogposts, Organisation und Breadcrumbs erstellt werden. Zusätzlich sind strukturierte Daten für Personen und lokale Unternehmen möglich. Dafür fehlen die Optionen für den Knowledge Graph und die Sitelink Searchbox.

Weniger ausführlicher ist das „JSON Structuring Markup“, sieht vom Look and Feel aber dem „Markup (JSON-LD) structured in schema.org“ sehr ähnlich. Es enthält weniger Auszeichnungsoptionen und umfasst nur Markups für Artikel, News, Organisation und Website-Daten.

Darüber hinaus gibt es für WordPress auch Markup-PlugIns für spezifische Anwendungen, zum Beispiel „Schema.org for Article“, „Sitelinks Search Box“, „Business Profile“ oder „Recipe Schema Markup“. Diese Tools dienen in der Regel einer ganz spezifischen Auszeichnung und sind besonders für spezialisierte Websites interessant.

Praxistipp: Entscheiden Sie sich für ein PlugIn, dass zu Ihren Zielen passt. Schließlich können PlugIns die Ladezeit Ihrer Website erhöhen und müssen regelmäßig aktualisiert werden, um auf dem neusten Stand zu bleiben.

Markups mit der Google Search Console

Strukturierte Daten können automatisiert mit dem Data Highlighter der Google Search Console hinterlegt werden. Diese Option ist besonders für Markup-Starter geeignet. Anfänger können eine Seite Ihrer Webpräsenz aufrufen und durch Markierung mit der Maus Daten auszeichnen. Der Data Highlighter wird am besten nur genutzt, wenn es sich um einfache Markups handelt und man selbst keinen Zugriff auf den HTML-Code hat.

Mit dem Structured Data Markup Helper bietet Google ein weiteres nützliches Tool zur Erstellung von strukturierten Daten. Hier können die Daten genauer als mit dem Data Highlighter getaggt werden. Zusätzlich können Informationen, die nicht mit der Maus erfasst wurden, händisch nachgetragen werden. Dies macht aber nur Sinn, wenn diese Informationen auch auf der Website vorhanden sind. Anschließend erstellt das Tool einen Code, der zur Implementierung heruntergeladen werden kann. Dabei kann zwischen der Ausgabe als Microdata oder JSON-LD gewählt werden.

In beiden Tools stehen dem User nur ein Bruchteil aller möglichen Markups zur Verfügung. Für erste Schritte im Bereich technisches SEO mit Markups sind Sie hilfreich, doch nicht für spezifische Auszeichnungen.

Markups mit dem Schema App JSON-LD Generator

Screenshot des Schema App JSON-LD GeneratorsAusführlicher als der Structured Data Markup Helper ist der Schema App JSON-LD Generator, da der Generator mehr Markup-Kategorien vorschlägt als das Google-Tool. Nachdem man eine Klasse ausgewählt hat, wird eine Liste möglicher Eigenschaften angezeigt, in welche die Inhalte manuell eingetragen werden. Parallel dazu wird ein JSON-LD-Code erzeugt. Mit einem Klick kann dieser auch gleich auf Richtigkeit getestet werden. Das ist wichtig, falls Sie Daten in das Tool eingetragen haben, die nicht auf der Website stehen. In den Suchergebnissen werden nämlich nur Markups angezeigt, die auch wirklich sichtbar auf der Website vorhanden sind. Ein Beispiel: Im Tool haben Sie bei Ihrer Firmenadresse unter der Eigenschaft „address country“ den Wert „Deutschland“ eingegeben. Auf Ihrer Internetseite erscheint die Adresse jedoch ohne Angabe des Landes. So wird die Auszeichnung in der Suchmaschine auch nicht ausgegeben werden.

Strukturierte Daten testen

Sie haben ein Markup erstellt und implementiert, wissen aber nicht, ob es problemlos funktioniert? Oder Sie wollen wissen, ob Ihre Website bereits strukturierte Daten enthält? In beiden Fällen hilft das Testtool der Google Search Console. Sie können hier sowohl Ihre Website als auch ein Code-Snippet überprüfen. Geben Sie die URL oder den Code in das Suchfeld ein und bestätigen. Im Anschluss werden zwei Felder nebeneinander gezeigt. Auf der linken Seite sehen Sie den Code – Ihr Snippet oder den der Website – und rechts die Markups, Fehler in den strukturierten Daten werden farbig hervorgehoben.

Warum werden Markups nicht angezeigt?

Ihr Markup wird nicht ausgespielt? Eine Garantie dafür gibt es auch nicht. Mit der Strukturierung relevanter Daten auf Ihrer Website erleichtern Sie vor allem Web-Crawlern den Zugang. Ihre Website wird dadurch attraktiver für Suchmaschinen. Die Suchmaschinen entscheiden auch, ob Ihre Markups ausgespielt werden – was in der Regel passiert, wenn Ihre strukturierten Daten für den Nutzer relevant sein könnten und zur Suchanfrage passen.

Falls Ihre strukturierten Daten dennoch nicht ausgespielt werden, könnten Ihre Markups fehlerhaft sein oder nicht den allgemeinen Webmaster Richtlinien entsprechen, erklärt Google in den Structured Data General Guidelines.

 

Sie wollen von Markups profitieren, aber die Implementierung nicht selbst übernehmen? Sprechen Sie uns an – wir helfen Ihnen gern weiter.