Suchmaschinen sind für die meisten Internetnutzer für Recherchen und Kaufentscheidungen unverzichtbar. Deshalb sind bezahlte Anzeigen in den Suchmaschinen neben SEO-Strategie und Social-Media-Marketing ein wichtiger Teil des Marketing-Mix.

Jetzt mal ganz ehrlich: Wie suchen Sie nach einem Restaurant für das Abendessen, Informationen zum nächsten Sonntagsausflug oder dem neuen Fernseher? In den meisten Fällen nutzen wir doch eine Suchmaschine, oder? Jeden Monat werden auf Google über 100 Milliarden Suchanfragen ausgeführt. Viele Möglichkeiten also für Werbetreibende, die gewünschte Zielgruppe zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu erreichen. Vorausgesetzt, sie vermeiden die folgenden Fehler bei der Suchmaschinenwerbung.

1.  Die Kontostruktur ist zu allgemein

Die Einrichtung eines Google AdWords Kontos ist schnell gemacht. Registrieren, Suchbegriffe eintragen und Texte formulieren. Dann heißt es abwarten. Und sich auf steigende Umsätze freuen. Ganz so einfach, wie man sich das vorstellt, ist es aber leider nicht. Gerade für Einsteiger ist es schwierig, genau zu sagen, welche Kampagnen eingerichtet werden sollen. Doch nur mit einer sinnvollen Struktur können Budgets optimal verwaltet und Anzeigen sinnvoll gestreut werden.

Google AdWords Kontostruktur

Empfohlene Strukturierung eines AdWords-Kontos

Häufig wird zu Beginn nur eine Kampagne mit einer Anzeigengruppe erstellt, in der alle möglichen Keywords untergebracht werden. Das ist nicht nur unübersichtlich, sondern kann auch zu erheblichen Mehrkosten führen. Durch die Vielzahl an Keywords nimmt die Relevanz der Anzeigentexte deutlich ab, wodurch die Kosten pro Klick sehr hoch werden können.

Ist ein Konto nicht übersichtlich strukturiert, erschwert das außerdem die Analyse – egal ob für die eigenen Mitarbeiter oder externe Spezialisten. Bewährt hat sich eine Struktur, die sich an der Website oder dem Online Shop orientiert. Das macht die Einrichtung am Anfang zwar sehr zeitaufwändig, lohnt sich langfristig aber durch den geringeren Aufwand bei der Analyse und Optimierung der Werbeanzeigen.

2.  Ihre Anzeigen sollen „alle“ erreichen

Viele Unternehmen möchten gern alle Nutzer überall und zu jeder Zeit erreichen. Doch der Handwerker, der seine Dienstleistungen nur regional anbietet, muss nicht deutschlandweit werben. Eine mangelhafte Aussteuerung der Werbekampagnen sorgt häufig dafür, dass Anzeigen nicht relevant sind. Große Streuverluste und erhöhte Kosten sind die Folge.Google AdWords Standort eingrenzen

Definieren Sie Ihre Zielgruppe und schließen Sie Personen aus, die nicht dazu gehören. So können Sie Eingrenzungen bezüglich des Standortes, der Sprache, des Alters oder auch des Geschlechts Ihrer Zielgruppe vornehmen.

3.  Sie optimieren Ihre Keywords nicht

Das AdWords Konto ist fertig eingerichtet und läuft nun so vor sich hin? Falsch gedacht! Damit Ihre Werbekampagnen auch langfristig Erfolge erzielen, müssen sie kontinuierlich gepflegt werden. Dazu gehört es auch, regelmäßig die Suchbegriffe zu überprüfen, die zu einer Anzeigenschaltung geführt haben und das Keyword-Set ständig aktuell zu halten. Das #AdWords Konto ist fertig eingerichtet und läuft nun so vor sich hin? Falsch gedacht! Klick um zu TweetenWonach könnten Ihre zukünftigen Kunden suchen? Machen Sie sich Gedanken darüber, in welchen Zusammenhängen Ihre Suchbegriffe gesucht werden könnten. Für diese Recherche gibt es verschiedene Mittel und Wege:

Bringen Sie anschließend Ihre relevanten Keywords in Ihren Anzeigen unter. Als positive Folge daraus können Ihre Anzeigentexte qualitativ erheblich verbessert werden. Doch wie sehen ansprechende Anzeigentexte überhaupt aus? Das erfahren Sie weiter unten im Text.

4.  Sie schließen irrelevante Keywords nicht aus

Bei der Optimierung Ihrer Keywords sollten Sie unbedingt auch auszuschließende Keywords verwenden. Mit Hilfe dieser Funktion können Suchbegriffe, die für Ihre Zielgruppe nicht relevant sind, aus dem Konto, einzelnen Kampagnen oder Anzeigengruppen ausgeschlossen werden. Dadurch erreichen Sie viel eher die Nutzer, die auch wirklich an Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung interessiert sind. Als Folge erhalten Ihre Anzeigen weniger irrelevante Klicks und die Kosten sinken.

Die Google AdWords Hilfe gibt hier ein anschauliches Beispiel:

Nehmen wir an, Sie sind Autohändler und verkaufen den VW Golf. In diesem Fall sollten Sie unter Umständen auszuschließende Keywords für Suchbegriffe wie „golf schläger“ oder „golf plätze“ hinzufügen.

Google AdWords Auszuschließende Keywords Abb. 1

Abb. 1

Um Ihren Kampagnen oder Anzeigengruppe auszuschließende Keywords hinzuzufügen, wählen Sie den Tab „Keywords“ aus. Dort können Sie dann über den Reiter „Auszuschließende Keywords“ (Abb.1) einzelne Keywords hinzufügen. Sie können aber auch mit Hilfe des Berichts „Suchbegriffe“ (Abb. 2) aus Suchanfragen irrelevante Begriffe herausfiltern.

Google AdWords Auszuschließende Keywords Abb. 2

Abb. 2

Außerdem können Sie direkt in Ihrem AdWords Konto Listen mit auszuschließenden Keywords anlegen. Dies ist besonders sinnvoll für Keywords, die für alle Kampagnen ausgeschlossen werden sollen. Dazu gehen Sie wie folgt vor:

  1. Wählen Sie in der linken Navigation den Punkt „Gemeinsam genutzte Bibliotheken“
  2. Dort wählen Sie „auszuschließende Keywords für Kampagne“
  3. Wählen Sie „+Liste“
  4. Vergeben Sie einen eindeutigen Namen und tragen Sie alle Keywords ein, die zu dieser Liste gehören. Sie können die Liste auch im Nachhinein beliebig erweitern oder Keywords wieder löschen.
  5. Speichern Sie diese Liste
  6. Übernehmen Sie die Liste für bestimmte Kampagnen in dem Sie die Schaltfläche klicken und die von Ihnen gewünschten Kampagnen auswählen

5.  Ihr Anzeigentext verleitet nicht zum Klicken

Der Anzeigentext ist ein sehr wichtiger Aspekt erfolgreicher AdWords-Kampagnen. Gute Anzeigentexte sind präzise, relevant, ansprechend und effektiv. Die Google Hilfe gibt folgende Tipps für erfolgreiche Textanzeigen:

  • Alleinstellungsmerkmale hervorheben
  • Preise, Werbeangebote und exklusive Angebote einbeziehen
  • Kunden zum Handeln auffordern
  • Mindestens eines Ihrer Keywords verwenden
  • Anzeige auf Zielseite abstimmen (siehe Punkt 8.)
  • Mobile Nutzer ansprechen (siehe Punkt 6.)
  • Tests durchführen

Am besten formulieren Sie zu Beginn verschiedene Varianten Ihrer Anzeige. Beobachten Sie die Ergebnisse über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Verleitet Ihre #Google #AdWords Anzeige zum Klicken? Falls nicht: Anzeigentexte überarbeiten! Klick um zu TweetenUm sich von der Konkurrenz abzuheben, helfen häufig auch Zahlen, Satzzeichen und Sonderzeichen in der Anzeige – vorausgesetzt, Sie halten sich dabei an die Google AdWords Richtlinien.

6.  Sie verwenden keine Anzeigenerweiterungen

Anzeigenerweiterungen bieten dem Suchenden zusätzliche Informationen zur Textanzeige, wie zum Beispiel Links zu weiteren Webseiten, eine Telefonnummer oder Bewertungen. Dabei können manche Erweiterungen manuell hinzugefügt werden, andere werden automatisch von Google eingesetzt.

  • Sitelinks: enthalten Weiterleitungen zu weiteren Webseiten
  • Standorterweiterungen: Zeigt die Adresse eines lokalen Geschäfts an.
  • Anruferweiterung: Fügt eine Telefonnummer hinzu.
  • App-Erweiterung: Führt den Nutzer direkt zum App-Store.
  • Bewertungsserweiterung: Zeigt Kundenfeedback an.
  • Callouts: Erweiterung mit Zusatzinformationen.
  • Snippet-Erweiterung: Hebt einzelne Merkmale der Produkte oder Dienstleistungen hervor.
  • Nachrichtenerweiterung: Nutzer auf Mobilgeräten können eine SMS an den Werbetreibenden senden, um beispielsweise weitere Informationen anzufordern.
  • Preiserweiterungen: Zeigt Preise von einzelnen Produkten/Dienstleistungen.
  • Automatische Erweiterungen (z.B. vorherige Besuche, Verkäuferbewertungen):

Automatische Erweiterungen werden in AdWords erstellt und angezeigt, wenn davon auszugehen ist, dass Sie damit eine bessere Anzeigenleistung erzielen. Eine Einrichtung ist nicht erforderlich. Aus diesem Grund enthält das Drop-down-Menü auf dem Tab Anzeigenerweiterungen auch keine Option zum Erstellen automatischer Erweiterungen.

Anzeigenerweiterungen verschaffen Ihrer Anzeige mehr Aufmerksamkeit. Das kann zu einer höheren Sichtbarkeit und mehr Relevanz führen. Jede Erweiterung hat eigene Vorteile. Während Bewertungen Vertrauen beim Suchenden schaffen können, ist die Standorterweiterung vor allem für lokale Anbieter geeignet. Nicht jede Erweiterung passt also zu Ihrem Unternehmen und Ihren Dienstleistungen. Es lohnt sich, verschiedene Erweiterungen und Varianten zu testen.

7.  Sie nutzen keine Gebotsanpassungen

Gebotsanpassungen sorgen dafür, dass Ihre Anzeigen in Abhängigkeit davon, wo, wann und wie die Nutzer nach etwas suchen, häufiger oder weniger oft geschalten werden (Vgl. Google Hilfe). Ist Ihre Zielgruppe zum Beispiel häufig zu einer bestimmten Tageszeit mit dem Smartphone online, lohnt es sich, das Gebot für diese Varianten anzupassen.

Für Geräte

Die Gebotsanpassungen für Geräte können für eine Kampagne oder eine Anzeigengruppe vorgenommen werden.

Google AdWords Gebotsanpassungen Geräte

Google AdWords: Gebotsanpassung für Geräte

Über die Einstellungen und den Tab „Geräte“ gelangt man zur Übersicht. Indem man das Gebot um 100% verringert, kann man ein Gerät komplett von der Anzeigenschaltung ausschließen. Zu Beginn empfiehlt es sich, die Kampagnen einige Wochen für alle Geräte laufen zu lassen und sich anschließend die Ergebnisse anzusehen. Optimieren Sie dann die Gebote entsprechend des relevanten Traffics.

Für Werbezeit

Die Gebotsanpassungen für die Anzeigenplanung können nur auf Kampagnenebene vorgenommen werden.

Google AdWords Gebotsanpassungen Werbezeit

Google AdWords: Gebotsanpassung für Werbezeit

So ist es möglich, Kampagnen zu bestimmten Tageszeiten oder an ausgewählten Wochentagen ganz zu pausieren oder die Gebote prozentual zu steigern oder zu vermindern. Auch hier ist die beste Vorgehensweise, die Kampagne über mehrere Wochen laufen zu lassen und auf der Grundlage der gesammelten Daten die Gebote anzupassen.

Ein Blick auf diese Daten lohnt sich für viele Unternehmen. Vor allem für Unternehmen mit festen Bürozeiten oder Restaurants, die nur an bestimmten Tagen geöffnet haben, können solche Einstellungen mit sinkenden Ausgaben verbunden sein.

Für Standorte

Auch wenn Sie Ihre Werbekampagnen bereits auf bestimmte Zielregionen eingegrenzt haben: die Gebotsanpassung für Standorte kann eine nützliche Funktion sein.

Google AdWords Gebotsanpassungen Standorte

Google AdWords: Gebotsanpassung für Standorte

So können Sie beispielsweise für Städte, in denen Sie besonders viele starke Konkurrenten wissen, das Gebot verringern. In der Google Hilfe gibt es einen Leitfaden für Gebotsanpassungen inklusive Best Practices.

8.  Die Landingpage enttäuscht die Erwartungen

Eine Landingpage ist die Zielseite Ihrer Werbeanzeigen. Also die Seite, auf die der Nutzer nach dem Klick weitergeleitet wird. Die Nutzererfahrung mit der Zielseite ist ein wichtiger Aspekt des Qualitätsfaktors eines Keywords. Bewerben Ihre Anzeigen ein spezielles Produkt, so sollte der Suchende nach dem Klick nicht einfach auf der Startseite Ihres Online Shops landen. Seine Erwartungen werden sonst enttäuscht. In den meisten Fällen wird die Landingpage dann ohne eine Conversion zu tätigen wieder verlassen und der Nutzer kehrt innerhalb weniger Sekunden zurück zur Google Suche. Aus diesem Verhalten schlussfolgert die Suchmaschine, dass Ihre Anzeige für den Nutzer nicht relevant genug war, was den Anzeigenrang und dadurch schlussendlich auch die Kosten beeinflusst.

Ihre Anzeigen werden möglicherweise seltener (oder überhaupt nicht) ausgeliefert, wenn sie auf Websites verweisen, die eine schlechte Nutzererfahrung bieten. (Quelle: Google AdWords Hilfe)

In unserem Artikel „Steigern Sie die Conversions auf Ihrer Landingpage!“ erklären wir Ihnen, wie Sie die Nutzererfahrung mit der Zielseite verbessern können. Zusammengefasst sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Knüpfen Sie an die Erwartungshaltung an
  • Bauen Sie mit Hilfe von Trust Signals Vertrauen auf
  • Verbessern Sie die Performance Ihrer Webseite
  • Erleichtern Sie den Weg zur Conversion auf allen Endgeräten
  • Optimieren Sie für Mobilgeräte

Fazit

„Ist das AdWords Konto einmal eingerichtet, läuft das schon von ganz allein!“ – Diese Meinung ist leider immer noch sehr verbreitet. Schade, denn dadurch wird eine Menge Potenzial verschenkt! Effektive Suchmaschinenwerbung funktioniert nur mit einem optimierten AdWords-Konto. Das ist ein fortlaufender Prozess. Regelmäßige Anpassungen der Gebote, der Anzeigentexte oder die Optimierung der verwendeten Landingpages sind entscheidend für den Erfolg Ihrer Kampagnen. Mit der Vermeidung dieser acht Fehler bei der Suchmaschinenwerbung ist der erste Schritt zu erfolgreichen AdWords Kampagnen getan. Nun ist nur noch Ihr Durchhaltevermögen gefragt…

…und falls Sie Unterstützung brauchen: unsere Mitarbeiter sind von Google zertifizierte AdWords Experten. Wir helfen Ihnen gern bei der Strukturierung oder dem Monitoring Ihrer Kampagnen. Mehr Informationen dazu finden Sie unter https://www.lombego.de/suchmaschinenwerbung/.

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